Loveparade in Dortmund
Jul 22nd 2008, 05:58 AMTags: Loveparade Dortmund konzerte
Auch ich habe sie mir bestellt..
Der Beste Eintrag guter und schlchter kritik aus Amazon.de:
Gute Kritik:
Anfangs hatte ich Angst, mir einen "Tennisarm" von der Steuerung zu holen, aber ich muss sagen, der "zweigeteilte" Controller (ein Gerät pro Hand) ist das komfortabelste, was ich bisher im Konsolenbereich erlebt habe!!
Bei sehr langen Spielen wie z.B. Zelda kann man bequem, z.B. mit hochgelegten Beinen dasitzen und die Hände einfach bequem auf die Beine oder in den Schoss legen, während man die Knöpfe drückt. Sowas ging bisher ja nicht, da man immer den Controller in beiden Händen halten musste. Auf diese Weise ermüden die Hände auch nie. Das Gerät erkennt die Funksignale des Controllers durch eine kleine Sensorleiste, die vor das TV-Gerät bzw. darunter gelegt wird. Großartig finde ich, dass die Sensorleiste die Signale des Controllers auch dann wahrnimmt, wenn man diesen nicht direkt in Richtung Sensorleiste hält, sondern die Hände z.B. in seinen Schoss legt.
Fast jedes Spiel nutzt die Bewegungserkennung der Controller auf unterschiedliche Weise. Bei Zelda z.B. schwingt Link sein Schwert, wenn man den Controller entsprechend bewegt. Das macht selbst nach 30 Spielstunden noch tierischen Spaß!!
Der Spaßfaktor ist natürlich auch bei Spielen sehr hoch, die komplett auf die Körperbewegungen ausgerichtet sind. Bei dem beiliegenden Wii-Sports handelt es sich um eine Ansammlung von Sportspielen (Bowling, Golf, Boxen etc.), die anhand von Körperbewegungen gespielt werden: Spielt man z.B. Golf, schwingt der Golfschläger auf dem Bildschirm, wenn man den Controller schwingt.
Der Nachteil ist, dass man für den Controller ständig Batterien nachkaufen muss, erst recht bei regelmäßigem Spielen, da er ja per Funk funktioniert. Es gibt mittlerweile aber auch Zubehör, mit dem man den Controller samt Batterien schnell wieder aufladen kann.
Zur Grafik muss man sagen, dass diese bei weitem nicht an Xbox 360- oder Playstation3-Niveau heranreicht. Bei Minispielen wie Wii Sports oder Wario Ware ist sie sogar sehr minimalistisch. Man muss also schon den Spielspaß der Grafik vorziehen, um an der Wii seine Freude zu haben. Selbst Zelda: Twilight Princess hat "nur" etwas bessere Gamecube-Grafik.
Ansonsten lässt sich sagen, dass die Wii sehr platzsparend (eine der kleinsten Konsolen in der Konsolengeschichte) und leise ist. Sie eignet sich jedoch nur zum Spielen, denn sie spielt weder DVD noch Bluray etc. ab. Dafür ist sie voll abwärtskompatibel: Man kann jedes Gamecube-Spiel darauf spielen und auch seine Cube-Memory-Card und mehrere Cube-Controller anschließen.
Schaltet man die Wii ein (das geht sogar mithilfe des Controllers, den man wie eine Fernbedienung verwendet), erscheint ein Menü, das ähnlich aussieht wie die Arbeitsoberfläche eines Computers. In verschiedenen sichtbaren Fenstern kann man verschiedene Dinge erledigen. Abgesehen von den Spielen kann man z.B. im "Mii"-Modus einen "Mii" erstellen - das ist eine kleine Figur, die einem selbst ähnlich sieht. Man kann Frisuren und Gesichtsmerkmale frei wählen, ähnlich wie bei den "Sims", wenn auch nicht in diesem Ausmaß. Mit diesen Miis (man kann soviele erstellen wie man will) kann man dann in Spielen wie "Wario Ware" oder "Wii Sports" spielen. Man kann sie auch auf seinem Controller speichern und diesen dann zu Freunden mitnehmen und seine Miis auf dessen Konsole übertragen bzw. seine Miis mitnehmen.
Außerdem verfügt die Wii über eine Art Kalenderfunktion in der man ablesen kann, wann man welches Spiel wie lange gespielt hat und in welchen Kanälen man wie lange unterwegs war. Außerdem kann man die Wii-Konsolen von Freunden registieren lassen und sich dann gegenseitig Nachrichten in Form von kleinen Briefchen auf die Konsolen schicken. Befindet sich die Wii im Stand-By-Modus, leuchtet der Disc-Einschub blau auf, sobald man eine Nachricht erhalten hat.
Die Online-Funktion der Wii ist einfach großartig und kinderleicht. Wenn man über einen WLAN-Router an seinem PC verfügt, kann man per Funk mit der Wii ins Internet gehen. Das dauert gerade mal 5 Minuten. Man gibt einfach nur den Code seines Routers ein und los geht's. Man verfügt dann über diverse Kanälde: Im "Wetterkanal" kann man dann das weltweite, ortsgenaue Wetter erfahren oder die aktuellen Nachrichten im "Nachrichtenkanal" nachlesen. Das Beste ist jedoch die Funktion "Virtual Console": Ein Online-Shop, in dem man alte Spiele kaufen kann, und zwar in der Vollversion! Es gibt derzeit Spiele für NES, Super Nintendo, Nintendo 64, Sega Mega Drive, Turbografix, C64, Neo Geo und Sega Master System. Es sind einige richtige Knaller dabei, wie z.B. Super Mario 64, Zelda Ocarina of time, Super Metroid, Super Probotector und viele mehr. Die Spiele werden mit sogenannten "Wii-Points" bezahlt, die man im Laden kaufen kann oder man zahlt sie per Kreditkarte. Ein Spiel kostet somit umgerechnet zwischen 6 und 12 Euro. Die Auswahl wächst stetig. Man läd das entsprechende Spiel nach dem Kauf auf seine Wii (ca. 2-5 Minuten Ladezeit) und kann es dann - mithilfe eines Gamecube-Controllers oder einem seperat erhältlichen Wii-Classic-Controller spielen. Die Spielanleitung ist auch in digitaler Form dabei, lässt sich also während des Spiels jederzeit aufrufen und am Bildschirm lesen. Außerdem lassen sich über den Online-Shop weitere Extras, wie z.B. einen Mii-Wettbewerbskanal, einen Umfrage-Kanal und einen Browser herunterladen.
Als Fazit lässt sich sagen, dass die Wii fantastisch für Multiplayer-Spieler geeignet ist. Viele Spiele (z.B. Mario Strikers Charged) lassen sich über das Wii-Internet mit anderen spielen. Die Auswahl an Partyspielen (z.B. Big Brain Academy) ist beachtlich.
Fazit: Die Wii ist eine tolle Konsole, die jede Menge Spielspaß garantiert. Solo-Spieler und Grafik-Fetischisten sind allerdings im Nachteil. Epische Spiele wie Zelda gibt es bisher nur ganz wenige, Minispiel-Sammlungen und Partyspiele dagegen jede Menge. Die Konsole ist also nichts für lange Winterabende, sondern eher für eine Runde Zocken mit Freunden zwischendurch. Auch Ego-Shooter oder "Erwachsenen-Spiele" im Allgemeinen sind rar gesäht. Aber wer weiß, vielleicht kommt da ja bald noch was nach... Kleiner Nachteil ist auch die Umweltbelastung: Die Wii befindet sich immer im Stand-By-Modus, d.h. es leuchtet immer ein Lämpchen an der Konsole. Ganz ausschalten kann man sie nur, wenn man den Stecker rauszieht.
P.S. Wer sich fragt, welche Spiele er nach dem Erwerb einer Wii braucht, dem empfehle ich...
...für Solospieler:
The Legend of Zelda: Twilight Princess, Super Mario Galaxy, No more heroes, Trauma Center und Super Paper Mario.
...für Partyspaß:
Mario Kart Wii, Wario Ware Smooth Moves, Mario Strikers Charged Football, Super Smash Bros Brawl und Big Brain Academy.
Weniger gute Kritik:
nun mal zu der Konsole ansich:
Alle schreien sie hinter dem Wii her!
Familenväter/Mütter und die Kinder sind glücklich!
Ist auch kein Wunder!
Auf dem Wii gibt es reichlich Spiele für die ganze Familie!
So etwa das beigelegte Wii Sports, Big Brain Acedemy, Mario Kart, Mario
Party, Mario Kart und noch viele andere Kinder und Familenfreundliche
Spiele!
Und Wii Wit ist natürlich auch ganz großes Kino!
Diese stellen auch den Großteil der Gesellschaft zufrieden!
Wohlgemerkt den Großteil!
Denn die Leute, die einfach vollwertige Spiele wollen und die entspechende Technik, die müssen leider wortwörtlich in die Röhre schauen!
Der Wii unterstützt nämlich kein HDTV wie die Playstation 3 und X-Box 360!
Man kann zwar über ein Komponentenkabel die Auflösung der Wii Spiele
verbessern aber die WOW Effekte wie bei den anderen beiden Konsolen
bleiben glänzlich aus.
Grafisch sind auf dem Wii das höchste der Gefühle:
Super Mario Galaxy
Metroid Prime 3
Der
Rest besteht aus Umsetzungen bei denen einfach diese nervige Fuchtelei
bei gefügt wurde und die Grafik wie bei einer Playstation 2/X-Box/GC
aussieht!
Die man übrings schon für weit aus weniger Geld gebraucht bekommt mit einem weit aus besseren Spieleangebot.
Womit wir auch schon bei dem bekannten Nintendo Problem wären:
Spätestens seit dem N64/GC haben die meisten Zocker, die mit Mario und
co nix anfangen konnten, immer neidisch zu den anderen Konsolen
geschielt.
Und jetzt ist das ganze noch schlimmer geworden!
Durch die Tatsache, dass es für den Wii sehr viele dieser Casualspiele
gibt, die zwar Familen, und Kinder die gerne zusammen vor dem TV für
kurze Zeit herumfuchteln, zufrieden stellen aber nicht das Zockerherz
endgültig begeistern können, fällt der gleiche negative Punkt schon
wieder auf.
Ich sehe auch nichts in der Realeaseliste außer Super Smash Brothers Bawl was jetzt einen Hype rechtfertigen würde!
Der
Hardcorezocker gibt sich nun mal nicht mit einem Spiel für 40-60€ bei
einer 215€ teuren Konsole zufrieden wo die Technik dann wie von gestern
aussieht und das einzig neue ist, dass man sich vor dem TV zum Affen
macht.
Würden diese meisten Spiele an die 15€ kosten, und die Konsole so an
die 90€ wäre das alles kein Problem aber so ist das einfach eine
Abzocke, die nur noch ganz wenige mitbekommen.
Nämlich die Leute, die schon seit Jahren spielen und vieles gesehen haben.
Vielleicht erinnert sich noch jemand an das Microsoft Sidewinder 3D Pad für den PC?
Das steuern damit war auch schwammig womit wir beim 2 Problem wären:
Es gibt einfach bei viel zu vielen Wii Spielen
(Meistens kommen die aber nicht von Nintendo selber!) Verzögerungsprobleme mit der Steuerung.
SEGA Superstar Tennis z.B!
Ich kann auch das Gerede nicht mehr hören von den Nintendofans, dass es halt nur um das spielen geht.
Das ist immer das gleiche Argument von euch.
Bei 215€ erwartet man einfach:
Gescheiten Sound- Dolby Digital 5.1 muss einfach drinn sein heute.
Eine aktuelle Grafik, die mit den anderen Konsolen mithalten kann und
wo man nicht Abstriche machen muss und das durch Fuchtelei rechtfertigt.
Einen gescheiten Spielenachschub aus allen möglichen Genres.
So ein Partspiel wie Singstar auf der Ps² ist nett und macht Spaß aber diese ganzen Wii Casual Minnispiele sind einfach, zum größten Teil, maßlos enttäuschend und motivieren auch nicht wirklich lange.
Und zu guter letzt Wii Fit:
Ich weiß nicht ob die meisten Menschen von euch bis jetzt alle in
Deutschland nur faul auf dem Sofa gelegen haben und noch nie was von
Sport gehört haben aber wenn man was an seinen Körper verbessern will,
dann sollte man das draußen an der frischen Luft und nicht vor der
Glotze im Wohnzimmer tun!
Mal
davon abgesehen das man wenn man zum ersten Mal solche Übungen macht,
man da eine Betreung bei haben sollte, die erstens zeigt wie man die
Übungen richtig ausführt damit man sich nichts bricht und zweitens im
Notfall helfen kann.
Das kann das Schwein nicht!
Fazit:
Leute, die wenig Spielen oder keine großen Ansprüche an Technik/Spielen
asbeits Nintendo stellen, werden mit dem Wii sicherlich glücklich.
Hardcorezocker schauen nur dumm aus der Wäsche und ärgern sich über das viele ausgegebene Geld!
....dann gehöre ich nicht zu Hardcorezockern!!!
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ProudQuelle: GMX
Schon vor dem Frühstück checkt er Mails, nach Mitternacht surft er noch schnell bei StudiVZ: Marc Röhlig ist Internet-Junkie. Jetzt hat der 22-Jährige für eine Woche den Stecker gezogen - und entdeckt, dass es auch Radio, Schneckenpost und die Auskunft gibt. Ein Erfahrungsbericht.
Es gibt eine Folge der Fernsehserie "Die Simpsons", in der Sideshow-Bob droht, Springfield mit einer Atombombe auszulöschen. Außer, augenblicklich wird das Fernsehen abgeschafft. Die Drohung sendet er über alle Fernsehkanäle. Er sagt: "Ich bin mir der Ironie wohl bewusst."
Oder so. Genau weiß ich das nicht mehr. Ich könnte es googeln, aber das geht nicht. Ich will eine ganze Woche auf den Online-Anschluss verzichten. Kein Google, keine E-Mails, kein StudiVZ, kein YouTube, keine Nachrichten.
Das
wird nicht einfach, ist mir klar. Neuigkeiten aus der Uni kommen im
Studi-Newsletter, die Buchsuche funktioniert digital, selbst die Profs
satteln aufs Netz um und stellen die Pflichtlektüre auf ihre Homepage
statt in den Seminarordner. Abgesehen davon, dass ich auch
zwischenmenschlich auf Online-Netzwerke angewiesen bin. Ich habe in
StudiVZ Gruppen für Freunde aus der Heimat und aus dem Journalismus,
zum Biertrinken verabrede ich mich online mit Kommilitonen.
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Schließlich, und das ist beinahe am schlimmsten: Ich bin ein Informationsjunkie. Ich muss mehrmals täglich die gängigen Nachrichtenseiten absurfen. Und ich wikipedisiere alles, bevor ich auch nur ein Buch aufschlage.
Nun also digitale Funkstille. Eine Woche lang. Los geht's.
© SPIEGEL ONLINE
Eigentlich wollte ich schon am Wochenende anfangen, aber die Angst war zu groß. Was, wenn ich was verpasse? Ab heute: Alltag offline. Ich habe den Stecker gezogen.
Normalerweise checke ich nach dem Aufstehen Mails und Nachrichten, dann Wetter und StudiVZ. Da ich keinen Fernseher habe, gucke ich beim Frühstücken meist YouTube.
Diesen Morgen
schalte ich zum ersten Mal seit langer Zeit das Radio an. Die haben
auch Nachrichten und Wetter: In Rottweil läuft eine Kuh auf die Straße,
in der Gundelfinger Straße wird geblitzt, und es ist so warm, dass "Deo
unter die Achseln" nötig sei. Mir fehlt mein Netz schon jetzt.
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Wie sehr, wird mir am Nachmittag bewusst.
Für ein Tutorium muss ich eine Buchrecherche machen, dringend. Ich brauche Aufsätze über die Azteken. Während normale Studenten via PC nach den Standnummern ihrer Bücher fahnden, schlendere ich durch die Gänge und hoffe, dass mich ein passender Buchtitel anspringt. Handbuch der Europäischen Geschichte. Klingt gut. Lateinamerika-Handbuch. Klingt besser. Christoph. Klingt am besten!
Er ist im gleichen Seminar wie ich und sitzt gerade unschuldig zwischen zwei Regalen. Ich bediene mich seines unerschöpflichen Wissens: "Wie hast du denn passende Zeitschriften gefunden?" - "Och, gar nicht erst in der Bibliothek - einfach mit Google." Ich habe mir dann einige Titel notiert.
Das Netz und ich kennen uns schon sehr lange. 15 Jahre ist es alt. Ich selbst schaffe sieben Jahre mehr. Wir sind zusammen aufgewachsen. Natürlich könnte ich ohne Zugang leben. Aber wer gibt schon freiwillig etwas auf, woran er sich so gut gewöhnt hat?
Die Übung heute war einfach: Ich musste einige Briefe verschicken. Die Adressen habe ich ausnahmsweise von der Auskunft. Das geht, da habe ich gestaunt, genauso schnell wie im Internet. Fremd war der soziale Kontakt: Ich musste reden, nicht nur klicken.
© SPIEGEL ONLINE
Viele behaupten ja, das Internet sei zum Kommunizieren überlebensnotwendig. Neueste Partyfotos von den Freunden, die Mutti-Mail vom jüngsten Urlaub, Kettenmails zur WG-Party-Akquise: So bleiben wir in Kontakt. Tatsächlich fürchte ich, dass ich plötzlich nicht mehr weiß, was bei meinen Freunden los ist, sobald ich nicht mehr im StudiVZ rumhänge.
Dabei sehen wir uns fast jeden Tag in der Mensa. Und zwischen zwei Bieren haben wir schon immer mehr gequasselt als zwischen zwei Mails. Plötzlich merke ich, dass Kontakt auch offline möglich ist. Und dass ich mit einem Telefonat genauso viele Informationen bekommen kann wie im Web. Seltsam.
Das Tutorium mit der Buchrecherche fiel
übrigens aus. Nur zwei weitere Ahnungslose und ich kamen zum Treffen.
Einer meinte dann: "Vielleicht hat der Tutor 'ne Mail rumgeschickt,
dass er krank ist?" Ja, vielleicht.
Oh, du hinterhältiges Internet, wie hast du mich heute in Versuchung
geführt! Zuerst ruft Michael von der Fachschaft an: "Kannst du bitte
schnell mal deinen Flyerentwurf per Mail schicken? Wir müssen die jetzt
drucken." Sorry, kein Internet, keine Mails. Dann fällt mir ein, dass
ich eine Seminaraufgabe bis morgen noch nicht komplett erledigt habe:
"Recherchieren Sie Daten zu Heinrich dem Seefahrer."
Solche Aufgaben gibt es in diesem Seminar immer. Wir klicken uns schnell durchs Netz und lesen einander jeden Donnerstag Wikipedia-Wissen vor. Die historischen Persönlichkeiten werden regelmäßig zu dem zurechtgestutzt, was das Online-Lexikon über sie weiß.
Wieder versuche ich mein Glück in der Bibliothek. Es gibt eine Lehrbuchsammlung, es gibt Geschichtsbereiche. Ich greife mir Überblickswerke und notiere die ersten Fakten zum Seefahrer-Heinrich. Dann versuche ich die Freizeitabteilung, dort gibt es auch eine Sparte für Biografien. Tom Cruise, John Lennon, Hitlers Klavierspieler und dann Heinrich, aber der Achte.
Genervt bettele ich bei der Information um Hilfe: Wie finde ich bloß in mehr als drei Millionen Titeln ein bestimmtes Buch, ohne im Online-Netzwerk der Bibliothek nachzuschauen?
Die Frau am Schalter schaut erst pikiert, dann amüsiert. Sie deutet auf einen Schrank mit Karteikärtchen. Dieser Schrank steht direkt im Foyer der Bibliothek, umringt von gut 50 Computern. Er war mir noch nie aufgefallen. Während ich die teils antiken handschriftlichen Kärtchen durchgehe, hallt um mich herum das Tastaturengeklapper. Fast jeder Rechner ist besetzt. Am Karteischrank stehe ich ganz alleine.
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Überall auf dem Campus sitzen Studenten mit Laptops: alle online außer Marc. Ein blödes Gefühl. Ich bin ein Junkie auf Entzug.
Normalerweise surfe ich mal auf Wikipedia, von Artikel zu Artikel, um mir Günther-Jauch-Wissen anzueignen. Mal klicke ich mich durchs StudiVZ. Einen anderen Abend schaue ich Filme. Oder ich bin im ICQ - selbst mein Opa ist im ICQ.
Das Internet ist, sofern ich nicht außer Haus bin, meine Top-Ablenkmöglichkeit. Nichts hält besser vom Lernen und Leben ab.
Nun habe ich den PC gar nicht erst eingeschaltet. Als mich ein Freund
fragt: "Hast du meine Mail nicht gelesen?", antworte ich einfach
lächelnd: "Ja, nicht gelesen." Und dann, triumphierend: "Ich bin
derzeit nicht online." Dann springe ich auf einen Tisch und brülle die
Laptop-Fratzen im Hörsaal an: "Ihr seid alle abhängig!"
Na gut, das mit dem Tisch ist geflunkert - aber Lust gehabt hätte ich dazu schon.
Trotzdem ist es fast wie im Urlaub: Wer nichts weiß, hat auch keine Verpflichtung. Aufstehen und an den Strand, dazwischen Vorlesungen, dann ein Cocktail in der Kneipe, ein wenig lesen, all die digitalen Sorgen bleiben weit weg.
"Beachten Sie bitte die Pflichtlektüre, die ich Ihnen morgen per Mail zuschicke!" Mit diesen Worten beendet der Dozent meinen Tagtraum und sein Seminar. Mein Urlaub hat einen Haken: Er ist gar keiner.
Ich habe mein Schicksal akzeptiert. Der Freitag ist für Studenten schon fast Wochenende, nur noch zwei Vorlesungen, dann muss es einfach besser werden: Am Wochenende, da ist gutes Wetter, da tobt draußen das pralle Leben, da bin gar nicht aufs Netz angewiesen.
Es regnet. Es blitzt und stürmt sogar - ein dickes Hitzegewitter über Freiburg. Menschen ohne Fernseher bleiben zwei Möglichkeiten: Sie machen was Vernünftiges, den Abwasch oder lernen zum Beispiel. Oder sie flüchten ins Internet.
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Ich gehöre zur stolzen Truppe der Prokrastinierer. Ich schreibe mir To-do-Listen und stelle das Vernünftige immer ganz unten an. Aufschieben als Meisterleistung: Bis ich zur Pflicht komme, widme ich mich ausgiebig der Kür. Abwasch? Nein. Lernen? Nein. Internet? Hmpf.
Während der Regen am Fenster schimmernde Schlieren zieht, entscheide ich mich doch für Lernen. Freitagnachmittag, ich schlage vor lauter Langeweile ein Lehrbuch auf. Ein Glück, dass Michael zu seiner WG-Party einlädt.
Es
gibt im VZ Gruppen für jeden Mist. Meine Freunde und ich haben eine
eigene Gruppe, um über die Uni zu lästern oder uns zu verabreden. "Die,
da wo gerne auf Babsi rumhänge" ist ideal, um sich mit allen
gleichzeitig auszutauschen.
Babsi ist eine kirschrote WG-Couch und beherbergt uns gelegentlich. Nun
aber bin ich außen vor, was das gruppeninterne Palaver angeht.
Ich muss also ans Telefon. Zu Schulzeiten war das schon mal so: Keiner wusste, wo was abends geht - nur dass was gehen musste, wusste jeder. So telefonierten alle bis kurz vor zehn Uhr quer durcheinander und trafen sich dann wie immer in der gleichen Kneipe.
An der Uni habe ich die Handysucht zum Glück überwunden. Mit Freunden rede ich in der Mensa oder im Hörsaal, aber nicht stundenlang am Handy. Und Verabredungen stehen in der Babsi-Gruppe.
Für diesen Samstag ist viel geplant: Boule spielen im Park, Fernsehen gucken bei Kenk, Pizza bei mir, dann Studi-Party bis in den Morgen. Ich rufe André an, der mich später zurückruft und sagt, ich soll auch Stahlin anrufen, damit der Dittert noch Bescheid sagt, der noch mal Kenk anrufen soll, damit wir wissen, wo wir hin müssen.
Simon hat abgesagt, es regnet, und Dittert kommt zu spät, dafür auf dem Fahrrad. Laura und Rudi erreiche ich nicht, aber laut SMS sind die auch irgendwann da. Nach der Party, Simon ist jetzt doch da, will er Stahlin wieder finden, der aber nicht ans Handy geht. Zwischendrin ruft noch Michael an und will wissen, ob einer von uns weiß, wer gestern auf seiner Party der Nachbarin vor die Tür gepinkelt hat.
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Als ich nachts halb vier daheim bin, ist der Handyakku alle. Das gefällt mir direkt.
Ich liebe Sonntage. Vor allem im Sommer. Sie sind lang und voller Möglichkeiten. An einem Sonntag kann ich alles wagen: die Welt umsegeln oder einfach nur liegen bleiben.
Ich bin nicht liegen
geblieben, ich wollte heute eher so dieses Welt-Ding anpacken. Küche,
Abwasch, Müll und die Wollmäuse im Bad. Uni, einige Texte, Bügelwäsche.
Abends Theater.
Es ist wunderbar, wenn der PC schweigen muss. Kein YouTube lenkt mich
ab, auch kein StudiVZ. Und die Welt arbeitet heute sowieso nicht, also
sind auch die Nachrichten heute stiller. Zum ersten Mal in dieser Woche
fühlt sich die Internet-Abstinenz tatsächlich wie Urlaub an. Ich habe
dieses Geklicke nicht nötig, kein PopUp trübt meine Sicht, keine
Nachricht, die ich beantworten muss. Ein prima Gefühl.
Und dann falle ich um.
Am letzten Abend klicke ich kurz mal rein, drei Minuten, mehr nicht, scrolle ich die aktuellen Schlagzeilen durch. Eigentlich ist nichts los.
Müsste ich das WWW aufmalen, es wäre die Unterwelt unter der Oberwelt: ein Schwarzes Zeitloch, eine gigantische Metropolis mit glitzernden Wolkenkratzern und bodenlosen, süchtigen Schluchten.
Diese Megacity würde nicht in die Breite wachsen - sie würde in die Höhe explodieren. Stockwerk für Stockwerk entstehen neue Seiten. Hier kann man seine Zeit verlieren!
Der Satz "Hast du die Mail nicht bekommen?" hat mich in der vergangenen Woche mehrmals täglich daran erinnert, dass ich gerade nicht dazugehöre. Mal verpasste ich einen Termin, mal war ich der einzige, der da war. Ich erfuhr nichts von Hausaufgaben und nichts von deren Fristen. 79 Nachrichten warten jetzt im Postfach. Ich will unbedingt lesen, was los ist. Und mir graut davor, auch nur eine Minute länger vorm Bildschirm zu hängen.
Nach wenigen Minuten im Kosmos bin ich wieder ganz der Alte: Maus und Tastatur sind Verlängerungen meiner Hände und meiner Sucht.
Vor einer Woche hatte ich mir zwei Fragen gestellt: Kann ich auf das Internet verzichten? Oder kommt meine Generation nicht mehr ohne den Dauerdraht ins Web aus?
Die Antworten: Ja. Und ja.
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Cool